Verhaltenstraining

Ergotherapie Stehle - Verhaltenstraining

Das IntraActPlus-Konzept

Das IntraActPlus-Konzept ist ein verhaltenstherapeutisch orientierter Therapie- und Interventionsansatz nach Jansen und Streit. Es basiert auf den Ergebnissen der psychologischen Grundlagenforschung und wird seit mehr als 20 Jahren ständig weiterentwickelt. Der Prävention von seelischen Störungen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Wann ist Verhaltenstherapie sinnvoll?
- Lernverweigerung
- Mühevoller Umgang mit dem Kind bei Leistungsanforderungen
- Verweigerung von Mitarbeit im häuslichen und schulischen Bereich
- Machtkämpfe im sozialen und familiären Umfeld
- Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern
- Schwierigkeiten im Körperkontakt zu den Eltern
- bei Problemen beim Lesen und Rechtschreiben
- bei Schwierigkeiten beim Rechnen


Ziele: Was soll mit der Verhaltenstherapie erreicht werden?
- Abbau von Verweigerungshaltung und Machtkämpfen
- Aufbau eines positiven Leistungsverhaltens
- Verbesserung der Eigensteuerung des Kindes
- Steigerung von Konzentrationsfähigkeit und Lernmotivation
- Entlastung und Struktur in Alltagssituationen
- Verbesserung der Beziehungsfähigkeit
- positives, sicheres Auftreten in der Gruppe
- Erlangen einer effektiven Speicherstrategie beim Lernen

Aufbau des Trainings:
1. Schritt:
- Problemanalyse anhand von Videoaufzeichnungen in Spielsituationen, Lernsituationen, Planungs- und Konfliktgesprächen und im Körperkontakt.
2. Schritt:
- Erarbeiten von Strategien und Verhaltensmöglichkeiten zur Intensivierung der Beziehung und zur leichten Regulation im Umgang mit dem Kind.
3. Schritt:
- Individuelles und geschultes Training mit Eltern und Kind im therapeutischen Rahmen.
4. Schritt:
- Sicherung und Begleitung der Umsetzung

In der Verhaltenstherapie nach dem IntraActPlus Konzept beschreiben Jansen und Streit, dass unser Verhalten zum größten Teil von unbewusst wahrgenommenen und unbewusst gesendeten Beziehungssignalen beeinflusst wird. Durch positive oder negative Rückmeldung der Bezugspersonen, die sich in Gestik, Mimik und Stimmlage zeigen, steuert das Kind sein Verhalten und passt es an. Aufgrund dieser Verknüpfung richtet ein Kind sein Verhalten also überwiegend danach, wie Eltern im zeitlichen Abstand von weniger als einer Sekunde reagieren.

- Möglichkeit: Das Kind albert, die Bezugsperson lacht direkt, das Kind speichert dadurch ab, dass sein Verhalten, also albern, gut ist, die Wiederauftrittswahrscheinlichkeit erhöht sich.

- Möglichkeit: Das Kind albert, die Bezugsperson setzt sofort mit klarem Gesichtsausdruck die Grenze, das Kind speichert dadurch ab, das sein Verhalten nicht gut ist, die Wiederauftrittswahrscheinlichkeit nimmt ab.

- Möglichkeit: Das Kind albert, die Bezugsperson grinst direkt und setzt erst danach die Grenze, durch das unbewusste positive Signal (grinsen) speichert das Kind trotz Grenzsetzung ab, dass sein Verhalten gut war, die Wiederauftrittswahrscheinlichkeit erhöht sich.

Welche Reaktionen Bezugspersonen im Sekundenfenster nach dem Verhalten des Kindes zeigen, ist ihnen oft selbst nicht bewusst. Daher können sie oft nicht verstehen, dass trotz hoher Erziehungsmotivation Erziehungsziele nicht zur Umsetzung kommen.

Aufgrund dieser Aspekte ist das Ziel der Therapie das bewusste Wahrnehmen von Beziehungssignalen im Sekundenfenster und das Training vom gezielten Einsatz von Lob und Grenzsetzung. Unterstützt wird dies über eine enge Elternarbeit im Therapieprozess und eine durchgeführte Videoanalyse. Diese präzise Videoanalyse ermöglicht, dass unbewusste Beziehungssignale der bewussten Wahrnehmung offenbart werden. Nach dem gemeinsamen Arbeiten an der Videoaufzeichnung können mit den Eltern/ Bezugspersonen konkrete Hilfestellungen erarbeitet und eine bewusste Veränderung des elterlichen Verhaltens ermöglicht werden.

Therapieform:
- Einzeltherapie mit dem Kind und den Eltern, eventuell auch mit Geschwistern.

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